Filiale Hl. Quirinus Tettscheid

Filialkirche TettscheidAm ersten Maisonntag wird in Tettscheid wie in jedem Jahr die Kirmes, genauer gesagt das Fest des heiligen Quirinus, feierlich begangen. Neben diesem Hauptpatron gerät die zweite Patronin der Kapelle, die hl. Apollonia, häufig etwas in Vergessenheit. Vor 100 Jahren aber war es ihr Gedenktag, der 09. Februar 1905, der für die Tettscheider "ein wahrer Freudentag" wurde - so jedenfalls berichtet es der damalige Ortsvorsteher Pantenburg. Denn an diesem Tag wurde die neue Tettscheider Kirche eingeweiht.

Diese Kirche war keineswegs das erste Gotteshaus, das die Gemeinde Tettscheid aufzuweisen hatte. Eine erste Kapelle war schon 1743 zu Ehren des heiligen Jodokus erbaut worden. In den Jahren 1829 und 1861, als Tettscheid schon zur Pfarrei Brockscheid gehörte (bis 1804 war der Ort Filiale von Mehren), wurde jene erste Kapelle renoviert. Im Jahr 1900 musste sie jedoch endgültig wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Erst drei Jahre später konnte der Bau einer neuen Kapelle in Angriff genommen werden. "1903 hat die Gemeinde eine neue Kirche in die Held gebaut", so erinnert sich der schon erwähnte damalige Vorsteher und schreibt weiter: Altarraum Tettscheid"Die Kirche kostet fünfundfünfzig bis sechsundfünfzig Hundert Mark. Von diesen Kosten ist ziemlich viel geschenkt worden. Die Bürger von Tettscheid gaben freiwillig 444 Mark, die Brockscheider 208 und die von Udler fast 200 Mark. Ein Gnadengeschenk vom Kaiser: 1000 Mark [...] Eine Glocke und die Kommunionbank wurden geschenkt. Die Kirche wurde am 09. Februar 1905 vom Mehrener Pastor eingeweiht, und der Brockscheider Pastor Feiden las die erste Heilige Messse." Auf dem Foto sehen wir, wie sich der Kirchenraum heute darstellt. Die goldenen Seitenflügel des ehemaligen Hochaltares gingen der Tettscheider Kapelle nicht verloren, sondern umrahmen heute die Figur der Muttergottes, die ursprünglich ebenfalls zum alten Altar gehörte (siehe Bild unten).

Muttergottes in der Kapelle Tettscheid

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