Mariengrotte Gillenfeld

Mariengrotte GillenfeldIm Sommer des Jahres 1934 machte Pastor Dr. Keller dem damaligen Bürgermeister von Gillenfeld, Nikolaus Meeth, den Vorschlag, eine Mariengrotte nach dem Vorbild von Lourdes in Frankreich am Kirchberg zu bauen. Pastor Dr. Keller wollte mit diesem Vorhaben die Jugend für sich gewinnen und ein Bollwerk gegen den Nationalsozialismus schaffen. Die Zivilgemeinde, der das Grundstück gehörte, gab ihre Zustimmung, Die Abstimmung des Gemeinderates erfolgte mit drei Ja- und drei Neinstimmen, ausschlaggebend war letztlich die Stimme des Bürgermeisters.

Die Jungmänner von Gillenfeld machten die Ausführung zu ihrer Sache. In einer Versammlung am 14. Januar 1935 erklärten sie sich zu Ausschachtungs- und Bauarbeiten bereit. Mit Hacke und Schaufel wurde gegraben und Matthias Pohlen aus der Lavagrube in Strohn half mit Sprengstoff tüchtig nach. Den Auftrag zum Bau der Grotte erhielt Grottenbauer J. Krämer aus Bad Godesberg, der ein anschauliches Gipsmodell anfertigte. Die Lavasteine wurden aus der Lavagrube Strohn im Fuhrdienst von den Gillenfelder Bauern angeliefert. Die Verankerung der schweren Steine erfolgte unter Mithilfe des Schmiedes Nikolaus Zimmer. Die kleinen Steine wurden mit Spezialmörtel einzeln eingefügt. Hierbei half der Jungmännerverein gegen eine Vergütung von einer Reichsmark pro Tag. Die Grotte wurde spiegelverkehrt zur Grotte in Lourdes gebaut. Dies geschah auf Wunsch von Dr. Keller. Damit wolle er erreichen, dass die Muttergottes aus allen Blickrichtungen zu sehen sein sollte. Nach viermonatiger Arbeit war die Grotte im Dezember 1935 fertig. Am 10. Mai 1936 wurde die Grotte durch den ehemaligen Pastor Gillenfeld, Herrn Domkapitular und Geistlicher Rat Caspar Kranz, eingeweiht. Schmuck und Pflege wurde und wird bis auf den heutigen Tag ehrenamtlich ausgeführt. Unsere Mariengrotte ist ein Schmuckstück für Pfarr- und Ortsgemeinde und zieht die Aufmerksamkeit aller Kirchenbesucher, Touristen und Spaziergänger auf sich. Sie ist "eine gute Gelegenheit, die immerwährende Hilfe immerfort zu grüßen. Möge die liebe Mutter Gottes, der der fromme Sinn der Gotteskinder diese Ehrung bereitet hat, unsere Pfarrgemeinde in ihren besonderen Schutz nehmen!" (Gillenfelder Pfarrbote, Weihnachten 1935, "Unsere Mariengrotte am Kirchberg")

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