Filiale Hl. Antonius Ellscheid

Filiale EllscheidDie Ortsgemeinde Ellscheid, 1136 erstmals urkundlich erwähnt, hat knapp 300 Einwohner. Den Dorfmittelpunkt bildet die Kirche. Der ursprüngliche Baukörper wurde im Jahre 1772 errichtet wie auf dem Torbogen zum Kirchenraum ersichtlich ist. Die Statuen der Mutter Gottes, des hl. Antonius und der hl. Luzia stammen aus dem 13. Jahrhundert, was auf eine frühere Kirche oder Kapelle hinweist. 1811 wurde der Glockenturm errichtet, in dem zunächst nur eine Glocke hing.

Um diese Glocke rankt sich folgende Geschichte: "In ihren jüngsten Jahren sah die Kapelle schon recht böse, kriegsbewegte Tage. Die französische Revolution warf ihre Wellen in das stille Eifelland, plünderte ihre Kirchen und Klöster und raubte ihre Wertschätze. Die Glocken wanderten nach Frankreich in die Geschützgießereien. Altarraum Filiale EllscheidDie guten Ellscheider liebten ihre Glocke und sorgten sich um sie. Heimlich in der Nacht stieg sie aus luftiger Höhe herab und verschwand in einer Kammer des ‚Bunzen'- Hauses im Boden. Sie war gerettet! Nach den Sturmtagen stieg sie wieder zu ihrer Stube empor und läutete dem Frieden. Mit Recht ehrten und liebten sie die Leute. Sie stammt aus dem Jahre 1452 und hatte so vielen Ellscheidern zu frohen und trüben Stunden das treue Geleite gegeben. Auf ihr steht geschrieben: "Maria heißen ich, all bösen Weder verdrieven ich. Anno MCCCCLII." (Aus dem Gillenfelder Pfarrboten Nr. 3, Ostern 1931)

Im Sommer 1920 wurde die Empore (Mannhaus) gebaut, da "das Kirchlein für die Bewohner etwas klein geworden war " (Schulchronik, Lehrer Julius Loescher 1921). Da die Kirche bei vielen kirchlichen Feiern zu klein war, wurde sie 1935 erweitert. Der heutige Altarraum und die Sakristei wurden angebaut.

Antonius mit den Schweinen

Kunstwerk Ortsmitte EllscheidDer Schutzpatron der Ellscheider Kirche ist Antonius der Einsiedler. Sein Patronatstag ist der 17. Januar. An dem nächstliegenden Wochenende feiern wir Ellscheider Kirmes. Antonius wurde um 250 n. Chr. als Sohn reicher christlicher Eltern in Kome (Ägypten) geboren und übernahm nach deren Tod die Verwaltung der Familiengüter. Durch eine Stelle im Matthäusevangelium besonders berührt, verkaufte er seinen Besitz und wurde Einsiedler. Nach einer langen Zeit der Abgeschiedenheit sammelten sich immer mehr Jünger um ihn. Es bildeten sich zahlreiche Einsiedeleien. So stand Antonius am Anfang des Klosterwesens und wird "Vater des Mönchtums" genannt. Die von ihm geprägte Form des Mönchtums beruht auf Askese und Zurückgezogenheit. Der Antoniterorden hielt bevorzugt Schweine. Als Entgeld für die Armenpflege durften die Schweine frei herum laufen. Die Schweine wurden am 17. Januar in der Kirche gesegnet, dann geschlachtet und das Fleisch an die Armen verteilt. Die Attribute von Antonius sind Schwein und Bettlerglocke. Er ist der Patron der Haustiere, vor allem der Schweine. Man vertraut darauf, dass er hilft, wenn man etwas verloren hat.

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